Deutsche Aufenthaltstitel:

Im deutschen Aufenthaltsrecht wird unterschieden zwischen Aufenthaltserlaubnis und Niederlassungserlaubnis:
Eine Aufenthaltserlaubnis ist immer befristet (z.B. auf 3 Jahre) und wird zu einem bestimmten Zweck erteilt (z.B. zur Arbeitsaufnahme).
Die Niederlassungserlaubnis dagegen ist unbefristet und berechtigt immer zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit. Um eine Niederlassungserlaubnis zu erhalten, müssen Sie ausreichende Sprachkenntnisse (B1-Niveau) vorweisen. Meistens müssen Sie auch unabhängig von Sozialhilfe sein, das heißt, Sie müssen die eigenständige Sicherung Ihres Lebensunterhalts nachweisen.

Welche Gruppen dürfen in Deutschland bleiben?

  1. Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler:

    Als Spätaussiedler müssen Sie noch vor ihrer Ausreise nach Deutschland, also wenn Sie noch in Ihrem Herkunftsgebiet wohnen, einen förmlichen Antrag beim Bundesverwaltungsamt stellen. Das Bundesverwaltungsamt prüft dann, ob die gesetzlichen Voraussetzungen (deutsche Volkszugehörigkeit u.a.) tatsächlich erfüllt sind und erteilt einen Aufnahmebescheid. Mit diesem Aufnahmebescheid dürfen Sie in die Bundesrepublik Deutschland einreisen.
    Als Spätaussiedler erhalten Sie eine Niederlassungserlaubnis. Bei Fragen zur deutschen Staatsangehörigkeit wenden Sie sich bitte an die Ausländerbehörde des Landkreises Tübingen.
  2. Ausländerinnen und Ausländer:

    Wenn Ihr Herkunftsland nicht Mitglied der Europäischen Union (EU) ist, können Sie aus diesen Gründen einen befristeten Aufenthalt beantragen:

    - Wenn Sie in Deutschland eine Arbeitsstelle haben
    - Wenn Sie in Deutschland eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren
    - Wenn Sie in Deutschland direkte Familienangehörige haben (z.B. Eltern, Ehegatte (und Kinder) und diese entweder Deutsche sind oder einen rechtmäßigen Aufenthalt besitzen
    - Wenn Sie in Ihrem Herkunftsland politisch verfolgt sind oder Sie aus anderen Gründen aus Ihrem Land fliehen mussten (z.B. wegen Krieg)und wenn Sie als Flüchtling anerkannt sind.

    Wenn Sie bereits seit 5 Jahren eine Aufenthaltserlaubnis für Deutschland besitzen und die sonstigen Voraussetzungen erfüllen, können Sie bei der Ausländerbehörde eine Niederlassungserlaubnis beantragen.
  3. Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union:

    Als Bürger aus einem EU-Land genießen Sie Freizügigkeit. Das bedeutet, dass Sie keine Aufenthaltserlaubnis beantragen müssen und kein Visum für Deutschland brauchen. Sie müssen aber Ihren deutschen Wohnsitz beim Einwohnermeldeamt anmelden.

Bei Fragen zum Aufenthalt können Sie sich kostenlos bei den Ausländerbehörden oder als Flüchtling auch beim Asylzentrum Tübingen beraten lassen. Auch Rechtsanwälte beraten zum Aufenthaltsrecht und können Sie vor Gericht vertreten, um einen Aufenthalt eventuell durchzusetzen (sie sind allerdings kostenpflichtig).